• Katrin

Reden ist Silber, Berühren ist Gold! - Kuscheln als trostspendende Unterstützung in der Trauerphase

In Zeiten des Verlusts, des Schocks und der oft daraus resultierenden tiefen Trauer tut es besonders gut: von mitfühlenden Menschen liebevoll in den Arm genommen werden, gehalten werden, in der tiefsten Not verstanden

werden – auch ohne Worte.

Wenn ich Menschen in meiner Nähe habe, die genau das für mich tun können – wunderbar!

Was aber, wenn diese Menschen ganz einfach fehlen? Oder meine Freunde mit dem mir widerfahrenen Leid überfordert sind? Wenn sie fernbleiben, weil sie nicht wissen, wie sie sich verhalten sollen? Wenn sie Angst haben, etwas falsch zu machen und sich deshalb lieber gar nicht erst melden? Oder der bisher Halt gebende Partner durch Krankheit oder Tod verloren gegangen ist?

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass durchaus viel Unsicherheit in unserer heutigen Gesellschaft herrscht, gerade wenn es um Themen wie schwere Krankheit, Sterben oder Tod geht. Als ginge es um eine ansteckende Krankheit, der man am besten durch Abstand halten entkommt.

Glücklicherweise gibt es inzwischen auch ganz viele öffentliche Angebote für betroffene Menschen. Trauerbegleiter*innen, Hospizmitarbeiter*innen und inzwischen sogar einige Bestatter*innen zum Beispiel gehen einfühlsam auf die Nöte dieser Menschen ein und bieten Gesprächskreise, Trauercafés und diverse weitere Veranstaltungen an.

Als ich selbst vor Jahren durch einen plötzlichen Todesfall in der Familie sehr betroffen war, schien es mir unmöglich auch nur daran zu denken, an solch einer Veranstaltung teilzunehmen. Zu meinem eigenen tiefen Leid mir auch noch die schlimmen Erlebnisse von anderen Menschen anhören? Auf gar keinen Fall.

Immerhin suchte ich auf Drängen einer Freundin einen Psychotherapeuten auf. Nach einigen Stunden, die mir tatsächlich halfen, wieder den Boden unter meinen Füßen zu spüren, überkam mich ein ganz spezielles Bedürfnis. Nach längerem Zögern traute ich mich zu Beginn einer dieser Stunden zu fragen, ob wir das Reden vielleicht mal sein lassen könnten und ob er mich vielleicht einfach mal halten könne? Da er ausgebildeter Körpertherapeut war, ging er gerne auf meinen Vorschlag ein. Und was soll ich sagen? Es war himmlisch! Ich fühlte mich wie ein schmelzender Eisberg… ich konnte spüren, wie meine innere Erstarrung anfing sich zu lösen, einfach wie Schmelzwasser abzufließen. Und endlich durfte ich einfach mal so klein sein, wie ich mich in meinem Schmerz fühlte.

Die Themen Trauer, Sterben und Tod haben mich nie wieder so ganz verlassen. Sie führten mich in eine Ausbildung zur ehrenamtlichen Hospizmitarbeiterin und in das Berufsfeld der Bestatterin.

Die Menschen, die ich durch diese Arbeit kennenlernen durfte, bestärkten mich immer wieder in meiner Wahrnehmung, dass eine Umarmung in Ausnahmesituationen soviel mehr sagen und bewirken kann als viele tröstende Worte. Gehalten werden in einer haltlosen Zeit, Pause einlegen dürfen vom ‚Haltung bewahren‘, einfach genau so sein, wie ich eben gerade bin.

Für mich persönlich die beste Medizin!

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