Der Mensch ist ein soziales Wesen, das Berührungen braucht. 

„Nähe“ kommt von „nahe sein“. Das Gefühl „ich werde gemocht und angenommen“ entsteht nur, wenn ALLE Sinne beteiligt sind – das geht nicht, ohne körperliche Nähe.

Unsere Gesellschaft leidet jedoch zunehmend an einem Berührungshunger – in der Wissenschaft hat sich der Begriff „Touchhunger“ etabliert.

In Dresden am Unsiversitätsklinikum Carl Gustav Carus untersuchen Wissenschaftler derzeit die Phänomene des sogenannten „Affective Touch“ – der positiven zwischenmenschlichen Berührung.

Leiterin dieser Forschungsabteilung ist Juniorprofessorin und Psychologin Dr. Ilona Croy. Vor ca. 15 Jahren wurde ein Sinn gefunden, der speziell für die positive zwischenmenschliche Berührung zuständig ist – der Streichel-Sinn.

 

Seitdem vernetzen sich Wissenschaftler weltweit, um diese neue Entdeckung von allen Seiten zu erforschen. Sie haben herausgefunden, dass es sogenannte C-taktile Nervenfastern gibt, die nicht wie andere Tastsinnrezeptoren zur Erkennung von Gegenständen und ihrer Beschaffenheit zuständig sind, sondern nur dem Gehirn melden können „wir werden gestreichelt“. Diese speziellen Nervenfasern befinden sich nicht an den Handflächen und Fußsohlen, jedoch sonst überall, wo Haare wachsen...also auch auf der Nasenspitze. Sie werden besonders durch langsame Streichelbewegungen mit der Temperatur von 32 °C angeregt – unserer durchschnittlichen Handflächen-Außentemperatur. Es aktiviert direkt das Belohnungszentrum unseres Gehirns – daraufhin wird Dopamin ausgeschüttet. Evolutionsbiologisch sind diese C-taktile Nervenfasern entstanden, damit wir einen präzisen Sinn dafür entwickeln, wo wir uns in Sicherheit und Geborgenheit befinden - und wo wir uns beruhigen und entspannen können. Alle Säugetiere haben diese Nervenfasern. 

 

Haprikforscher Martin Grunwald

von der Uni Leipzig

sagt: 

"Berührungsmangel kann ein idealer Nährboden

für psychische Erkrankungen sein.

Berührungen von Fremden wirken wohltuend auf den Körper, 

sie senken die Gefahr für Angststörungen oder depressive Verstimmungen

und stärken das Immunsystem."

"Fakt ist, dass unser Gehirn in einen anderen Zustand gelangt, wenn wir Körperberührungen erfahren. Unser gesamter Organismus, das Herz-Kreislauf-System und das Immunsystem, profitieren durch Körperbewegungen."

(Quelle:https://www.mdr.de/kultur/themen/tastsinn-interview-martin-grunwald-100.html)

"Bei einer Berührung gibt es zunächst eine physikalische Verformung. Danach werden Signale an das Gehirn gesendet und dort verarbeitet. Anschließend schüttet es diverse neurochemische Hormone aus, die über die Blutbahn im ganzen Körper verteilt werden: Die Herzfrequenz wird langsamer, die Atmung wird langsamer, die Muskulatur entspannt sich."

(Quelle:https://www.mdr.de/kultur/themen/tastsinn-interview-martin-grunwald-100.html)

„Der Berührungssinn spielt in unserem Leben eine ganz zentrale Rolle“, sagt Karl-Heinz Ladwig, Professor für psychosomatische Medizin am Klinikum rechts der Isar der TU München.

„Mit Blick auf unsere Gesundheit wird das Thema Berührung völlig unterschätzt. 

Studien aus den USA, aus Deutschland und Großbritannien hätten gezeigt, dass das Herz von Menschen, die sich regelmäßig umarmen, ruhiger schlägt.

Zudem hätten Menschen mit regelmäßigem Körperkontakt niedrigere Stresshormon- und Blutdruckwerte.

Er nennt zusätzlich weitere positive Effekte des freigesetzten „Kuschelhormons“ Oxytocins: eine verbesserte Regulation des eigenen Energiehaushalts oder ein reduziertes Hungergefühl. Die Folge, so Ladwig: „Wir essen weniger, wir sind weniger dick und laufen damit auch weniger Gefahr, übergewichtsbedingte Krankheiten zu bekommen wie Diabetes oder Herzkreislaufprobleme.“

„Die Zusammenhänge zwischen sozialem Kontakt und der Gesundheit sind wirklich sehr gut untersucht“, betont Mediziner Ladwig. „Kuscheln und Umarmungen halten und machen gesund. Wir sind soziale Wesen, das können wir einfach nicht verleugnen.“

(Quelle: https://www.abendblatt.de/ratgeber/article216247497/Heilende-Beruehrung-Warum-uns-Koerperkontakt-gesund-haelt.html)

Der Psychologe Fritz Jansen hat mit seiner Kollegin Uta Streit das Buch „Oxytocin, das Hormon der Nähe“ herausgebracht. Positive Einflüsse gebe es laut Jasen zudem auf das Schmerzempfinden, auf Blutdruck, Puls und Arterienverkalkung.

Wir freuen uns, Ihnen helfen zu dürfen!

(Quelle: https://www.mdr.de/wissen/kuscheln-100.html)